Prozess der integrativen Entscheidungsfindung (Kurzformat)

Es gibt verschiedene Formate für die Moderation von integrativer Entscheidungsfindung. Das folgende beschreibt den
„Kurzformat“-Prozess, der angewendet wird, wenn ein Mitglied des Kreises sowohl eine Spannung aufzulösen hat als
auch einen spezifischen Vorschlag anbieten kann als einen Ausgangspunkt für die Integration:
Vorstellung des Vorschlags: Der Vorschlagende nennt die aufzulösende Spannung und einen möglichen Vorschlag,
um diese zu addressieren. Klärungsfragen sind nur erlaubt zum Zwecke des Verständnisses dessen, was
vorgeschlagen wird. Diskussionen und Reaktionen werden vom Moderator [A.d.Ü: engl. ‚Facilitator’, für das es kein
passendes deutsches Äquivalent gibt] sofort abgeschnitten, insbesondere Reaktionen, die als Fragen getarnt sind
(z.B. „Meinst du nicht, dass uns das in Schwierigkeiten bringen wird?“)
Reaktions-Runde: Der Moderator fragt nacheinander jede Person nach einer schnellen Bauch-Reaktion in Bezug auf
den Vorschlag (z.B. „Klingt großartig“, „Ich mache mir wirklich Sorgen über X“, etc.) Diskussion oder Überkreuz-
Gespräche jeglicher Art werden vom Moderator rücksichtslos abgeschnitten – dies ist ein heiliger Raum für jede
Person, um ihre Reaktionen zu bemerken, mitzuteilen und sich von ihnen zu lösen, ohne um sich den möglichen Effekt
der Mitteilung sorgen zu müssen.
Verbessern oder Klären: Der Vorschlagende bekommt, nachdem er den Reaktionen zugehört hat, eine Gelegenheit
um jeglichen Aspekt seines Vorschlags, von dem er meint, dass er Klärung bedarf, zu klären oder den Vorschlag
basierend auf den Reaktionen in minimaler Weise zu verbessern (es sollten nur triviale Verbesserungen in dieser
Phase versucht werden, auch wenn bereits auf klare Mängel hingewiesen wurde). Diskussionen werden vom
Moderator abgeschnitten.
Einwands-Runde: Der Moderator fragt nacheinander jeder Person, ob sie irgendwelche Einwände gegen den
Vorschlag, so wie er formuliert wurde, sieht. Einwände werden kurz genannt ohne Diskussionen oder Fragen; der
Moderator listet alle Einwände auf der Tafel auf und schneidet jegliche Art von Diskussion in dieser Phase ab. Wenn
die Einwands-Runde ohne sich zeigende Einwände ausgeht ist die Entscheidung gefunden und der Prozess endet.
Integration: Wenn Einwände auftauchen, tritt die Gruppen am Ende der Einwandsrunde in einen offen Dialog ein, um
die Kernwahrheit jedes Einwands in einen verbesserten Vorschlag zu integrieren. Sobald sich ein verbesserter
Vorschlag zeigt, der funktionieren könnte, unterbricht der Moderator das Gespräch, nennt den verbesserten Vorschlag
und geht zurück zu einer Einwands-Runde.

 

Quelle:

http://www.ii-frankfurt.de/fileadmin/user_upload/images/DIA/Info-Material_Seminare/Leading_Edge_Organisation_-_Holacracy_2007-06__deutsch.pdf

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